Vor 55 Jahren hielt Fidel Castro seine historische Rede „Worte an die Intellektuellen“, die mit dem Satz endete: „Innerhalb der Revolution: alles. Gegen die Revolution: nichts.“ Für seine diesjährige Jahresgabe transkribierte Diango Hernández diese Rede und übersetzte sie in eine neue visuelle Struktur: diagrammatische Wellen, die die damals verkündeten Prinzipien der Kulturpolitik ins Piktorale und Grafische überführen, das heißt Sprache in Bild übersetzen. Die kritische Auseinandersetzung mit den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen Kubas seit 1961 oder auch anderer ehemaligen sozialistischer Staaten kennzeichnet neben jenen „wave paintings“ viele seiner Werke, die sich an Alltags- und Naturphänomenen sowie Designgeschichte reiben. In Hernández’ Skulpturen, Installationen, Zeichnungen und Malereien werden vergangene Semantiken und Indices als skripturale, farbliche Schwingungen reaktiviert, die die Betrachter_innen für sich einnehmen.

Tocandose el pelo, 2016
with frame 56 x 47 cm
without frame 31 x 24 cm
Oil on paper
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