1970 Cuba, lives and works between Düsseldorf and Havana

Nicolas Krupp Gallery

Dos flamencos y diecisiete instantes – NEW WORKS at Nicolas Krupp (Art Basel 2016)

At present, Diango Hernández’s work can be seen in the solo exhibition Beach. A Longing in K21 – Kunstsammlung NRW in Düsseldorf. On 21 May, the solo exhibition Theoretical Beach will open at the Museum Morsbroich in Leverkusen. Besides this, his works can also be seen in several institutional group exhibitions, including Wir nennen es Ludwig in the Museum Ludwig in Cologne (opening on 26 ...

Diango Hernández at Nicolas Krupp by Quinn Latimer for Artforum, March 2012

But water, in all its forms―liquid flood, steamlike evaporation, crystal-like ice―was the point of Hernández’s show. See the suit of nine framed works on paper, Crsitales, 1936 (all works 2011), which opened the exhibition in one long, even row. The elegantly modern black-and-white prints of heavy and decorous Villeroy & Boch crystals goblets and glasses―arranged on tabletops like classically commercial rejoinders to Giorgio Morandi’s more abstracted assemblages of vases―were taken from a 1936 German catalogue. Besides the framing, Hernández’s touch could be located in the delicate pools of translucent watercolor that filled many of the glasses with lemon, sky blue, and rusty orange. Farther down the wall hung a set of larger, watercolor-on-linen paintings, from a series titled ‘Humid Memories,’ 2011-, the same bright colors illuminating their brown-linen grounds. Here the color assumed the form of cloudlike stains, hovering and blossoming from the canvases’ centers. It was as if a painting by Paul Klee and Marc Chagal had been distilled of both figure and form until just color―ever so subtle, without gesture―remained, gorgeously spectral yet oddly ...

Crystal Clear Solo exhibition at Nicolas Krupp Gallery, Basel

“The humid image” by Diango Hernández  massive amount of water particles went back, invisibly and slowly, to where they came from – to the sky. Only rests of colors, dissolved paper and fragments of plaster and terracotta remained on the floor. The shelves and some tables were still in good shape, but most of the sculptures were broken or just vanished because of the heavy rain. The roof was partially gone; its large wood bars fell down and crashed every single fragile object in the room, the whole studio looked like a destroyed ceremony’s temple  after an earthquake. Years after the studio of Florencio Gelabert got ‘dispersed’ into the earth of Havana City, someone offered me a drawing; which I immediately recognized as an original Gelabert. The drawing was a gentle charcoal study of a boy’s head. The head was smartly positioned in the corner of the paper and the boy with his careless expression seemed to look into the center of the sheet. What really called my attention in this particular drawing was its actual state; in the middle of the paper there was a big water stain, which appeared to me to be as important as the drawing itself. While looking at it the water stain drew a monster’s head, which in few seconds mutated at least into three different abominable figures. I couldn’t tell if the water stain was under or above the boy’s head. The water went all the way through the charcoal, deep inside the paper fibers. It was hard to tell, what was there first on that piece of paper: the drawing or the stain. By now both stories shares the same area of the paper, which in no way whatsoever makes them equal. I believe this drawing was floating somewhere on the water for a couple of days, until someone just took it and put it directly inside a folder. Immediately I started thinking of the catastrophe that many years ago happened to F. Gelabert’s studio. Definitely this was one of the drawings, which someone ‘rescued’ from his devastated studio. I didn’t hesitate and I bought the drawing right away. For years I’ve called this drawing The boy and the stain and I still keep it in the same place, where I have a collection of intriguing things, because The Boy and the stain mainly contains a series of invisible ‘accidents’ that fascinate me. The exhibition Crystal Clear unfolds stories of dissolved images, destroyed artists’ studios and some other types of evaporation. What it seems to be a water stain now appears in front of us as a drawing itself; multiple printed images of Villeroy and Boch glasses from a 1936 catalog have been ‘filled’ with seductive translucent watercolors, which invite us to ‘drink’ again from the same imaginary glass. Nicolas Krupp Rosentalstrasse 28 4058 Basel, Switzerland +41 61 683 32 65 www.nicolaskrupp.com angsam und unsichtbar ging eine riesige Menge von Wasserpartikeln dorthin zurück, woher sie herkam : zum Himmel. Nur Farbresten, zersetzte Papiere und Fragmente von Gips und Terracotta blieben auf dem Boden zurück. Die Gestelle und einige Tische waren immer noch in gutem Zustand. Die meisten Skulpturen waren kaputt oder haben sich im starken Regen aufgelöst. Das Dach war teilweise weg, die schweren Balken fielen auf all die fragilen Objekte im Raum hinunter und zerstörten sie. Das ganze Studio sah aus wie eine zerstörte Tempelzeremonie nach einem Erdbeben. Jahre nachdem das Studio von Florencio Gelabert im Erdboden von Havanna City verschwunden war, offerierte mir jemand eine Zeichnung, die ich sofort als Original Gelabert erkannte. Das Blatt war eine feine Kohlezeichnung, eine Studie eines Knabenkopfes. Der Kopf war elegant in der Ecke des Blattes positioniert und der Knabe mit seinem sorglosen Ausdruck erweckte den Anschein, als würde er ins Zentrum des Blattes schauen. Meine ganze Aufmerksamkeit galt aber dem aktuellen Zustand der Zeichnung. In der Mitte des Blattes gab es einen grossen Wasserfleck, der bei mir den Eindruck erweckte, er sei so wichtig wie die Zeichnung selbst. Beim genauren Betrachten bildete der Wasserfleck einen Monsterkopf, der sich in mindestens 3 verschiedene grässliche Figuren verwandelte. Dabei war ich mir nicht sicher, ob der Wasserfleck unter oder über dem Knabenkopf war. Das Wasser ging durch die Kohle, tief in die Blattfasern hinein. Es war schwierig zu sagen, was zuerst da war : die Zeichnung oder der Fleck. Inzwischen teilen sich die beiden Geschichten in dieselbe Stelle des Blattes, was sie aber keinesfalls als gleichwertig erscheinen lässt. Ich glaube, dass diese Zeichnung irgendwo während mehrerer Tage im Wasser trieb, bevor sie jemand fand und dann sogleich in eine Mappe legte. Sofort kam mir die Katastrophe in den Sinn, die Florencio Gelabert vor vielen Jahren widerfahren war. Das war mit Sicherheit eine dieser Zeichnungen, die jemand aus dem zerstörten Studio gerettet hat. Ich zögerte keinen Augenblick und kaufte die Zeichnung. Schon vor Jahren nannte ich die Zeichnung The boy and the stain und sie weilt immer noch am gleichen Ort, wo ich eine Sammlung irritierender Objekte aufbewahre : The boy and the stain enthält eine Serie unsichtbarer Unfälle – das fasziniert mich. Die Ausstellung Crystal Clear legt Geschichten von aufgelösten Bildern, zerstörten Künstler Studios und anderen Formen von Evaporationen offen. Was heute als Wasserfleck wahrgenommen wird, taucht vor uns als eigenständige Zeichnung auf. Mehrfach gedruckte Bilder von Villeroy and Boch-Gläsern aus einem Katalog von 1936 wurden mit verführerischen transparenten Wasserfarben gefüllt. Sie laden uns ein, wiederum aus demselben imaginären Glas zu ...

Diango Hernandez. Crystal Clear by Simone Neuenschwander for Kunstbulletin, October 2011

ntropische Bewegungen der Erinnerung werden im Raum festgehalten: Der kubanische Künstler Diango Hernández ordnet neue Arbeiten in der Galerie Nicolas Krupp zu einem Kabinett, das unterschiedliche Zustände thermodynamischer Auflösungen, Verflüssigungen und Evaporationen von Bildern präsentiert. Basel – Erstmals seit seiner Einzelausstellung Revolution in der Kunsthalle Basel 2006 präsentiert Diango Hernández (*1970) wieder Arbeiten in der Schweiz. Basierend auf der Geschichte des Ateliers des Bildhauers Florencio Gelabert (1904 – 1995), einem der modernistischen Künstler Kubas, umkreist er Verflüchtigungszustände kultureller Bilder in der Galerie Nicolas Krupp. Gelaberts Atelier ist Ende der 1980er Jahre aufgrund fehlender Renovierung eingestürzt, Kunstwerke sowie Mobiliar fielen dem eindringenden Regen zum Opfer. Hernández erwarb vor einigen Jahren eine Kohlezeichnung Gelaberts mit einer Studie eines Knabenkopfs, die einen prominenten Wasserfleck in ihrer Mitte aufwies. Mit dieser physikalischen Spur offenbarte die Zeichnung zwei Geschichten: die des Kunstwerks sowie der Zerfall eines der selten gewordenen individuellen Künstlerateliers unter der kommunistischen Regierung Kubas. Dieses Zusammenfallen von Werk und geschichtlichem Kontext im Motiv des Flecks war für Hernández der Ausgangspunkt: Für die Gruppe Humid memories (2011) hat er auf nassem, umgedrehtem Leinwandstoff mit Wasserfarben gemalt. Wieder getrocknet, sind ephemere Farbflecken entstanden, die sich untrennbar mit dem grobgewobenen Leinenstoff vereinen. Die Aktivierung der Erinnerung durch Gesten des Eingiessens oder der sichtbar gemachten Verdunstung von Wasser zeigt auch die Serie Cristales (1936/2011), in denen der Künstler die abgebildeten Trinkgläser auf Katalogseiten der Keramikmanufaktur Villeroy & Boch mit Wasserfarbe von Hand „aufgefüllt“ hat. Gefärbtes Wasser, das auf die Produktion neuer Bildern hinweist, findet sich in gefundenen Kristallkaraffen für Cognac oder Whisky wieder, die in Nischen in musealen Sockelstelen plaziert sind. Trotz ihrer bourgeoisen Eleganz verweisen die Karaffen als Farbbehälter auf den intimen Arbeitsort des Ateliers zurück. Oben auf die Sockel sind gerollte Buchseiten eines 1936 erschienenen Kataloges über den deutschen Künstler Georg Kolbe (1877 – 1974) eingesteckt, welche die Geschichte eines anderen Bildhauers der Moderne aufnehmen, der sich ähnlich wie Florencio Gelabert in einer widersprüchlichen Beziehung für und gegen die Diktatur verhielt. Hernández legt narrative Fragmente und installative Episoden im Raum aus: Mit materiellen Zersetzungen und damit der Verweigerung eindeutiger Bilder, eröffnet Hernández alternative Lesarten von Geschichte, die nicht „kristallklar“ verstanden werden kann, sondern stets verschiedene Perspektiven beinhaltet.   Source: Kunstbulletin Nicolas Krupp Rosentalstrasse 28 4058 Basel, Switzerland +41 61 683 32 65 www.nicolaskrupp.com ...

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